Seit Carl Benz 1886 den Motorwagen zum Patent angemeldet und Gottlieb Daimler kurz darauf die Motorkutsche gebaut hat, kennt die Geschichte von Mercedes-Benz nur eine Richtung: nach vorn. Von Bertha Benz’ legendärer Pionierfahrt über Geschwindigkeitsrekorde, frühe Meilensteine beim autonomen Fahren bis hin zu Vision Cars und Hightech-Antrieben: Die Marke beweist immer wieder ihre unerschütterliche Entschlossenheit zum Erfolg und zeigt, wie sie das Automobil kontinuierlich neu denkt.
Markenbotschafter auf Rädern: Mercedes-Benz Fahrzeugikonen aus 140 Jahren
- Herausragende Modelle und Baureihen prägen seit 1886 die Wahrnehmung der Marke
- Die Innovationskraft zeigt sich in einer faszinierenden Vielfalt automobiler Ikonen
- Herausragende Tradition der Mercedes-Benz S-Klasse
Seit der Erfindung des Automobils prägen herausragende Fahrzeuge die Wahrnehmung von Mercedes-Benz und den Vorgängermarken. Jedes einzelne Modell seit 1886 steht auf seine Weise für die Stärken der Marke. Immer wieder ragen einzelne Typen und Baureihen hervor. Sie werden zu automobilen Ikonen und vertreten in besonderer Weise das, was die Marke ausmacht – die Innovationskraft von Mercedes-Benz.
Benz Patent-Motorwagen, 1886: Dem Mannheimer Ingenieur Carl Benz gelingt mit diesem dreirädrigen Fahrzeug eine revolutionäre Erfindung. Sein Automobil verbindet als schlüssiges Gesamtkonzept erstmals den Verbrennungsmotor (0,55 kW/0,75 PS) mit einem leichten, modernen Fahrgestell. Daimler Motorkutsche, 1886: Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach entwickeln in den frühen 1880er-Jahren den schnelllaufenden Verbrennungsmotor als universelles Antriebsaggregat. Daimler träumt davon, diesen für die Mobilität „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ einzusetzen. Seine Vision wird wahr: 1886 entsteht die Motorkutsche als erstes vierrädriges Automobil der Geschichte. Im Daimler Motorboot kommt der Motor ebenfalls 1886 zum Einsatz, als Luftschiffantrieb erstmals 1888. Mercedes 35 PS, 1900: Das luxuriöse Sport- und Repräsentationsfahrzeug ist das erste moderne Automobil überhaupt. Es entsteht auf Wunsch des Daimler-Geschäftspartners Emil Jellinek. Wilhelm Maybach entwickelt den Mercedes 35 PS mit Hochleistungsantrieb, langem Radstand und niedrigem Schwerpunkt. Bei der Rennveranstaltung Woche von Nizza 1901 dominiert dieser erste Mercedes die Wettbewerbe. Auf ihm bauen die Mercedes-Simplex ab 1902 auf. Sie setzen Maßstäbe hinsichtlich komfortabler Bedienung und hoher Leistung. Mercedes-Benz SSK, 1928 (W 06): Um Motorleistung und Effizienz zu steigern, führt Paul Daimler, der Sohn von Firmengründer Gottlieb Daimler und damalige Chefingenieur, die Kompressoraufladung bei Mercedes ein. In der Mercedes-Benz S-Reihe sportlicher Tourenwagen wird diese Technik Ende der 1920er-Jahre zum Markenzeichen luxuriöser Hochleistungsfahrzeuge für anspruchsvolle Kunden. Die Typen S, SS, SSK und der ausschließlich als Rennwagen gebaute SSKL feiern zudem herausragende sportliche Erfolge – vom Doppelsieg im Eröffnungsrennen des Nürburgrings 1927 bis zum Sieg von Rudolf Caracciola bei der Mille Miglia 1931. Mercedes-Benz 500 K, 1934 (W 29): Dieser Traumwagen der 1930er-Jahre verkörpert die perfekte Verbindung aus Leistung, Design und Handwerkskunst. Als Ideal eines Meisterstücks auf Rädern bestellen die meisten Kunden ihre 500 K und 540 K mit einer werkseigenen Sindelfinger Karosserie. Diese Karosserie auf gestalterischem und technischem Spitzenniveau ist ein Ausdruck der hohen Qualität von Mercedes-Benz. Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“, 1954 (W 198): Der „Sportwagen des Jahrhunderts“ entsteht auf Basis des Rennsportwagens der gleichen Modellbezeichnung (W 194), mit dem Mercedes-Benz 1952 überaus erfolgreich in den Rennsport zurückkehrt. Mit Genen aus dem Rennsport zeichnet sich der „Flügeltürer“ technisch durch die erste Viertakt-Direkteinspritzung in einem Serienautomobil aus. Auch die Leichtbaukonstruktion mit innovativem Gitterrohrrahmen stammt aus dem Rennsportwagen. - Mercedes-Benz Silberpfeile der 1950er Jahre: Vor mehr als 70 Jahren feiert Mercedes-Benz mit dem Formel 1-Rennwagen W 196 R und dem Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S) eine Reihe überwältigender Erfolge. Mit dieser zweiten Generation der Silberpfeile kehrt die Marke in den Spitzenmotorsport zurück. Der W 196 R wird in zwei Versionen gebaut: mit stromlinienförmiger Karosserie und mit freistehenden Rädern. 1954 und 1955 gewinnt Juan Manuel Fangio in diesem legendären Auto die Formel 1-Weltmeisterschaft. Eng mit dem W 196 R verwandt ist der Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S) mit Dreiliter-Motor und zweisitziger Karosserie. Mercedes-Benz gewinnt damit 1955 die Sportwagen-Weltmeisterschaft – in einer Saison für die Ewigkeit.
Mercedes-Benz „Heckflosse“-Limousine, 1959 (W 111): Erstmals setzt Mercedes-Benz in diesen Oberklasselimousinen das wegweisende Prinzip der Sicherheitskarosserie mit energieabsorbierenden Knautschzonen um. Damit löst sich die Automobilkonstruktion konsequent vom klassischen Gedanken einer möglichst steifen Karosserie. Gleichzeitig mit der Premiere der „Heckflosse“-Limousinen beginnt bei Mercedes-Benz die wissenschaftlich begründete Unfallforschung mit systematischen Crashtests. Mercedes-Benz 600 „Großer Mercedes“, 1963 (W 100): Das Repräsentationsfahrzeug mit dem ersten V8-Motor in einem Personenwagen der Marke signalisiert das technisch Mögliche im Automobilbau seiner Zeit und setzt Maßstäbe für höchsten Komfort. Zu den Systemen gehört unter anderem die aufwendige und hochpräzise Komforthydraulik, die zahlreiche Funktionen bedient. Wie bereits andere Mercedes-Benz Repräsentationsfahrzeuge vor ihm wird der „600er“ zum bevorzugten Fahrzeug von Staatsoberhäuptern, Würdenträgern und Stars in der ganzen Welt. Mercedes-Benz C 111, 1969: Der Sportwagen mit Wankelmotor und Hightech-Karosserie fasziniert bei seiner Premiere Fachwelt und Öffentlichkeit. Legendär sind die großzügigen Kaufangebote von Liebhabern der Supersportwagen der Marke. Doch das „Labor auf Rädern“ steht nicht zum Verkauf und wird nie in Serie gebaut. Der C 111-I von 1969 und der C 111-II aus dem Jahr 1970 stehen am Beginn der Mercedes-Benz Forschungsfahrzeuge. Später entsteht auf ihrer Basis eine Reihe herausragender Rekordwagen. Mercedes-Benz S-Klasse, 1972 (Baureihe 116): Diese technisch wegweisende Generation der Oberklassefahrzeuge von Mercedes-Benz trägt erstmals den Namen S-Klasse. Das Topmodell 450 SEL 6.9 würdigt beispielsweise „auto motor und sport“ als „das beste Automobil der Welt“. Diesem Anspruch stellt sich Mercedes-Benz mit jeder neuen Generation der S-Klasse. Die Limousinen führen eine Tradition fort, die bereits 1903 mit dem luxuriösen Mercedes-Simplex 60 PS Reisewagen von Emil Jellinek beginnt. Ein technischer Meilenstein der Baureihe 116 ist die Serienpremiere des gemeinsam mit Bosch entwickelten Antiblockiersystems ABS im Jahr 1978. Mercedes-Benz G-Klasse, 1979 (Baureihe 460): Mercedes-Benz entwickelt das G-Modell gemeinsam mit Steyr-Daimler-Puch als Geländewagen mit exzellenten Offroad-Eigenschaften, der zugleich komfortabel auf der Straße gefahren werden kann. Der G begeistert von Beginn an anspruchsvolle professionelle Nutzer, spricht mit seiner authentischen DNA aber auch eine größere Zielgruppe an. Die Marke entwickelt die G-Klasse weiter, ihre Topmodelle faszinieren als sportlich-luxuriöse Geländeautomobile. Den Anfang markiert der 500 GE V8 der Baureihe 463, der erste G mit V8-Motor. Der G bleibt seinen Genen immer treu – passend zum Motto „Stronger than Time“. Mercedes-Benz S-Klasse, 1979 (Baureihe 126): Diese Generation der Mercedes-Benz Oberklasse ist erneut ein Meilenstein der passiven Sicherheit. Die Baureihe 126 wird nach den damals neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konstruiert und auch für den Offsetcrash optimiert. 1981 feiern der Fahrerairbag und der Gurtstraffer in der S-Klasse ihre wegweisende Weltpremiere im Serienautomobil. Einmal mehr setzt Mercedes-Benz einen weltweiten Branchenstandard. Mercedes-Benz 190/190 E, 1982 (W 201): Der kompakte Mercedes-Benz begründet eine dritte Baureihenfamilie unterhalb der oberen Mittelklasse und der Oberklasse. Die moderne Konstruktion überzeugt mit Sicherheit und Effizienz auf Mercedes-Benz Niveau bei geringeren Ausmaßen. Eine Familie von Typen mit Vierventiltechnik beweist das sportliche Potenzial des „Baby-Benz“. Vor allem die Hochleistungslimousinen 190 E 2.5-16 EVO (1989) und EVO II (1990) werden zu erfolgreichen DTM-Renntourenwagen weiterentwickelt. Mercedes-Benz SL, 1989 (R 129): Der SL-Roadster der Baureihe 129 erscheint 1989 mit zahlreichen Innovationen. Ein Meilenstein der passiven Sicherheit ist dabei der bei einem drohenden Überschlag in nur 0,3 Sekunden automatisch ausfahrende Überrollbügel. Zusammen mit den A-Säulen aus hochfestem Stahl, einem zweischaligen vorderen Dachrahmen und der mit der Karosserie verklebten Windschutzscheibe entsteht so ein extrem stabiles statisches System. Der R 129 begeistert auch als Klassiker durch sein harmonisches und elegantes Design und die Verbindung aus Komfort und Sportlichkeit. - Mercedes-Benz S-Klasse, 1991 (Baureihe 140): Die Limousinen und Coupés der Baureihe 140 definieren einmal mehr die Spitze in der Ober- und Luxusklasse. Erstmals bietet Mercedes-Benz in der Serie einen Zwölfzylindermotor an, der in den Topmodellen 600 SE, 600 SEL und 600 SEC zum Einsatz kommt. Mit Pullman-Limousinen (ab 1996) und Sonderschutzausführungen knüpft Mercedes-Benz in der Baureihe 140 an die große Tradition der Repräsentationsfahrzeuge der Marke an. Ein technisches Highlight ist 1995 die Weltpremiere des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP® im S 600 Coupé.
Mercedes-Benz A-Klasse, 1997 (Baureihe 168): Die innovative Konstruktion der ersten A-Klasse mit Sandwichboden verbindet kompakte Fahrzeugabmessungen mit einem großzügigen und variablen Innenraum sowie vorzüglichem Crashverhalten. Möglich wird das durch die Anordnung des Antriebs teilweise unter dem Fahrgastraum. Mercedes-Benz stattet die A-Klasse ab November 1997 serienmäßig mit dem wegweisenden Fahrassistenzsystem ESP® aus, das erst zwei Jahr zuvor in der S-Klasse als Sonderausstattung Premiere hat. Das setzt Maßstäbe für Fahrsicherheit im Marktsegment kompakter Fahrzeuge und gehört wenige Jahre später zum Standard der meisten Automobile aller Hersteller. Mercedes-Benz CLS, 2004 (C 219): Das viertürige Coupé Mercedes-Benz CLS der Baureihe 219 mit seinem leidenschaftlichen Design etabliert 2004 eine neue Karosserieform im Portfolio der Marke. Dynamische Eleganz trifft auf ein Maß von Funktionalität und Komfort, wie es sonst eher Limousinen bieten. Das faszinierende Äußere führen die Designer im luxuriösen Interieur fort. Der CLS gibt wichtige Impulse für die Entwicklung viertüriger Coupés in der gesamten Branche. Mercedes-Benz SLS AMG, 2010 (C 197): Ein Supersportwagen mit Hochleistungstechnologie aus dem Motorsport- und Performancebereich ist der SLS AMG. Erstmals entwickelt AMG ein Fahrzeug komplett in Eigenregie. Coupé und Roadster der Baureihe 197 zeichnen sich durch eine Konstruktion aus Aluminium-Spaceframe und Hochleistungsantrieben aus. Dazu gehört auch der Antrieb des SLS AMG Coupé Electric Drive aus dem Jahr 2012 mit vier Permanentmagnet-Synchronmotoren, die gemeinsam 552 kW (751 PS) leisten und 1.000 Newtonmeter Drehmoment liefern. - CONCEPT AMG GT XX, 2025: Die Technologiestudie für die Performance der Zukunft bietet einen Ausblick auf einen kommenden, viertürigen Sportwagen von Mercedes-AMG. Der CONCEPT AMG GT XX mit seinem emotionalen Design bietet unter anderem einen innovativen Antrieb mit Axialflussmotoren, die zusammen mehr als 1.000 kW (1.360 PS) leisten. Die Höchstgeschwindigkeit des Elektrofahrzeugs liegt bei mehr als 360 km/h. Seine Leistungsfähigkeit beweist es 2025 bei Weltrekordfahrten auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Nardò, Italien. Dort erzielt die Marke zuvor schon viele weitere Rekorde.