Nach einer regnerischen Woche bescherte Petrus der Veterama noch einmal ein goldenes Oktober-Wochenende. Bereits im Mai diesen Jahres waren alle Händlerplätze auf dem 260.000 Quadratmeter großen Veterama-Gelände ausgebucht.
Bis Freitagmittag hatte sich dann das ganze Gelände in eine bizarre Oldtimerlandschaft verwandelt. Fast endlos schienen die Reihen der Tische und Regale, auf denen Händler ihre blanken oder auch mehr oder weniger verrosteten Teile anboten.
Wer seine erworbenen Teile nicht für den Rest des Tages mit sich herumschleppen wollte, konnte sein „Beutegut“ bis zum Abtransport im Veterama-Service-Depot zwischenlagern.
Natürlich stehen an den Ersatzteilständen auch komplette Fahrzeuge, wie zum Beispiel ein typischer Scheunenfund im Feld 1 bei einem französischen Händler. 9.000 Euro sollte der Citroen Trefle kosten.
Am Ende des Geländes auf einem Quergang in Feld 4, stand ein roter Messerschmitt Kabinenroller, mit dem recht seltenen Cabriodach in ordentlichem Zustand für 19.999 Euro. Es lohnt sich also, auch auf den Ersatzteilfeldern nach Komplettfahrzeugen zu suchen.
Einige Beispiele:
- Ein Chevrolet Speziale von 1928, (so nennt man Fahrzeuge, bei denen aus einem vorhandenen Fahrgestell irgendwann ein Rennfahrzeug entstanden ist), stand für 28.000 Euro für neue schnelle Runden im historischen Motorsport bereit.
- Nachdem die Mercedes-Benz W 124 Modelle in die 30 Jahre Zone gekommen sind, konnte man diese Fahrzeuge in allen Karosserie- und Motorvarianten kaufen.
- Eine fast neuwertige weiße 230 E Limousine aus erster Hand, 77.500 km, sollte 8.490 Euro kosten.
- Ein schöner W 124er- Kombi, lückenlos scheckheftgepflegt und Tüv geprüft, wurde mit einer Verhandlungsbasis von 4.900 Euro angeboten. Und W 124-Coupés gab es schon ab 3.500 Euro.
- Eine Corvette von 1961 hatte 56.900 Euro auf dem Preisschild stehen.
- Ein VW Cabriolet Typ 1302, Baujahr 1971 mit neuem TÜV machte einen recht guten Eindruck und sollte 12.990 Euro kosten.
- Einen BMW 1600 TI im Motorsportlook von 1967 konnte man für 7.850 Euro haben.
- Daneben parkte ein Austin Healey, Baujahr 1957, an dem laut Besitzer alles überholt war. Er sollte 45.000 Euro kosten.
- Ein Mahtis von 1929 war mit 1.750 Euro zwar sehr billig, aber das Gefährt hatte sicher schon einige Jahre im Freien gestanden. Viel Arbeit für wenig Geld, oder vielleicht sogar ein preiswerter Ersatzteilträger, denn der Anbieter schreibt extra dazu, dass noch viele Teile dabei sind.
- DKW Junior, DKW F 12, DKW 3=6, DKW 1000 S, Autobianchi, Citroen Charleston Ente, VW Golf GTI, Fiat 500, Opel Ascona, VW Ovali, Alfa Romeo 1300, Porsche 911, … Hier standen sie alle wieder zusammen, fast so wie bei einem riesigen Gebrauchtwagenhändler in den 70-er und 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Einige besondere Raritäten glänzten dann auch noch in der Halle 2, die sich inzwischen zur „Edelfahrzeughalle“ entwickelt hat. Hier stand zum Beispiel eine fast komplette Jaguar-Sammlung zum Verkauf.
Auf den Randplätzen in Halle 1 hatten traditionell die Clubs ihre Stände aufgebaut. Am Stand des ASC konnten sich die VETERAMA-Besucher einen wunderschönen Morris Bullnose als zweisitziges Cabriolet ansehen.
Das Automuseum Dr. Carl Benz hatte einen 190 E 2,5 16 V im Rennlook mitgebracht. Der Citroen Veteranen Club feierte mit einer „Rosali“ das 100-jährige Firmenjubiläum. Und der Dachverband der deutschen Oldtimerszene zeigte eine kleine Goggo-Limousine, an der ihr Besitzer so ziemlich alles angebracht hatte, was es damals im Zubehörhandel zu kaufen gab.
Also dann bis zur nächsten Frühjahrs-Veterama auf dem Hockenheim-Ring vom 03. bis 05. April 2020.