Premiere mit Stein und Staunen: CL 600 von 1999

  • Die Coupés der Mercedes-Benz Baureihe 215 bieten in jeder Hinsicht Luxus in Bestform
  • Weltpremiere von Zierteilen aus Naturstein im damaligen designo Programm
  • Zeitzeuge der absoluten Spitze des Automobilbaus Ende der 1990er-Jahre

CL 600 der Baureihe 215, Messefahrzeug der Weltpremiere auf dem Autosalon Genf 1999

„Close-up“ – der Name der Serie des Mercedes-Benz Museums ist Programm. Jede Folge erzählt Überraschendes, Spannendes, Hintergründiges zu Fahrzeugen aus der Ausstellung. Diesmal im Blick: der Mercedes-Benz CL 600 in der Sonderausstellung „Youngtimer“, Raum Collection 5. Noch bis 12. April 2026 zeigt die Schau in einer poppig-bunten Inszenierung zehn ikonische Fahrzeuge der 1990er- und 2000er-Jahre.

Nr. 1/2026: Mercedes-Benz CL 600 (Baureihe 215)

Lebendiges Mineral: Naturstein auf Zierteilen im Innenraum eines Automobils? Was für eine außergewöhnliche Idee. Mercedes-Benz setzt sie erstmals in diesem CL 600 um. Weich wie ein organischer Werkstoff schmiegt sich das sonst so harte und spröde Mineral um Wölbungen und Kurven des Interieurs. Das Dekor etwa auf Mittelkonsole und Türwangen des Luxuscoupés schimmert sanft und tief, die Blautöne leuchten beim richtigen Lichteinfall verführerisch. Das Luxuscoupé bietet mit seinen exklusiven und zugleich sicheren Zierteilen aus Naturstein eine überwältigende Ästhetik – Fachwelt und Öffentlichkeit staunen.

Norwegischer Granit Larvikit für Steinzierteile im Farbton designo labrador blue pearl. Die Detailaufnahme aus dem Jahr 2001 zeigt den aufwendig verarbeiteten Stein, der hauchdünn geschnitten auf einer flexiblen Tragschicht zur Verarbeitung im Interieur fixiert wird.

Doppeltes Debüt: Dieser CL 600 ist ein Premierenfahrzeug der Baureihe 215 auf dem Autosalon in Genf vom 11. bis 21. März 1999. Er bekommt damals einen Ehrenplatz auf einem Podest mitten im Mercedes-Benz Stand. Neben ihm ist das silbern lackierte Schwestermodell CL 500 ausgestellt. Mit den luxuriösen, zweitürigen Reisewagen setzt die Marke Maßstäbe. Das Coupé kommt 1999 zunächst als CL 500 auf den Markt, der CL 600 folgt im Frühjahr 2000. Die Steinzierteile aus der norwegischen Granitart Larvikit im Interieur bringt Mercedes-Benz schließlich 2001 als Teil des Individualisierungsprogramms designo in Serie.

Foto aus der Sonderausstellung „Youngtimer“ im Mercedes-Benz Museum.

Innovative Kultiviertheit: „Wie buchstabiert man die Zukunft des Automobils?“ – diese spannende Frage stellt Mercedes-Benz 1999 in Genf und präsentiert als Antwort unter anderem den C 215. Das Luxuscoupé blickt mit Vier-Augen-Gesicht markentypisch für seine Epoche in die Welt. Wie die S-Klasse verbindet es in Perfektion innovative Technik und höchste Exklusivität. Dazu passt der neu entwickelte 5,8-Liter-V12-Motor M 137 im Spitzenmodell CL 600. Ein V12-Emblem an der Seite weist dezent auf die Motorisierung hin. Das Premierenfahrzeug von 1999 ist noch bis 12. April 2026 in der Sonderausstellung „Youngtimer“ des Mercedes-Benz Museums zu erleben.

Aufnahme des Innenraums aus Perspektive der Fahrertür.

Fahrdynamik in neuer Dimension: Ein Meilenstein ist das aktive Fahrwerk Active Body Control (ABC), das in dieser CL-Generation Weltpremiere hat. ABC gleicht die sonst üblichen Karosseriebewegungen mit Hydraulikzylindern an den Achsen aus, die entsprechenden Signale liefern feinfühlige Sensoren. Das Ergebnis ist ein höchst kultiviertes Fahrverhalten des leistungsstarken zweitürigen Reisewagens. Die Presseinformation von 1999 beschreibt: „So stößt der Mercedes-Benz CL bei einem Maximum an Fahrkomfort in neue Dimensionen der Fahrdynamik vor.“ Davon profitieren auch die besonders sportlichen AMG Versionen des CL, die in der Baureihe 215 erstmals angeboten werden.

CL 55 AMG der Baureihe 215. Einsatz als Safety-Car der Formel 1 in der Saison 2000, mit Stammfahrer Bernd Mayländer.

Renntechnik für das Luxuscoupé: In der Formel 1 wird der CL 55 AMG in der Saison 2000 sogar als Safety-Car eingesetzt. Fahrer Bernd Mayländer liebt die gebotene Kombination aus Hochgeschwindigkeitspräzision und Luxusambiente, wie er rückblickend in einem Interview sagt. An das Safety-Car erinnert das Sondermodell CL 55 AMG „F1 Limited Edition“, das ab Sommer 2000 in einer auf 55 Fahrzeuge limitierten Kleinserie angeboten wird. Es ist das weltweit erste Automobil mit Straßenzulassung, das eine Carbon-Bremsanlage mit innenbelüfteten Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik hat. Der Hochleistungswerkstoff entsteht als Komposit aus Kohlefaser, Kohlepulver, Harz und Silizium.

Aufnahme eines zweiten Fahrzeuges vom Autosalon Genf 1999.

Individualisierung auf Spitzenniveau: Die Zierteile aus Naturstein gehören zum Angebot von Mercedes-Benz für die Individualisierung des CL auf absolutem Spitzenniveau. Neben dem Farbton designo labrador blue pearl, wie er im Inneren dieses CL 600 zu sehen ist, gibt es ab 2001 auch die Variante designo viking green. Die Produktion ist aufwendig: Das harte Gestein wird in hauchdünne Scheiben gesägt, die man anschließend auf einer flexiblen Tragschicht fixiert. Walzen brechen dann die Kornstruktur auf, während optische und haptische Eigenschaften erhalten bleiben. Nun lässt sich dieser besonders hochwertige Werkstoff auch mit sehr engen Radien für die Innenraumgestaltung verarbeiten und nach Bedarf biegen oder schneiden.

Detailaufnahme der Ablage für das integrierte Handgerät des Autotelefons.

Sportliche Exklusivität: Wer sich dem CL 600 im Bereich „Feinsinn“ der Sonderausstellung „Youngtimer“ nähert, den begeistert sein zeitloses Design. Lange Motorhaube, elegante Dachlinie, leicht gespanntes Heck, eine insgesamt klare und kraftvolle Silhouette – das große Coupé strahlt sportliche Exklusivität aus. Beim Messefahrzeug im Museum unterstreicht die Sonderlackierung designo chromaflair den exklusiven Auftritt. Sie bietet faszinierende Farbwechsel je nach Licht und Betrachtungswinkel. Auch damit zeigt dieser CL 600 von 1999 die große Bandbreite hochwertiger Individualisierungen auf, die damals das designo Programm ermöglicht – der Vorläufer des heutigen Angebots MANUFAKTUR.

Fahraufnahme von links aus dem Jahr 1999.

Perfektion im Detail: Der Mercedes-Benz CL bietet Fahrer und Passagieren dank zahlreicher Lösungen höchsten Komfort. Das beginnt bei der Konstruktion der Türscharniere, die trotz der langen und schweren Türen für bequemes Ein- und Aussteigen sorgen, unterstützt durch eine Zuziehautomatik. Und es reicht bis zu Ablagesystemen zwischen den Vordersitzen, wo das integrierte Autotelefon in einer eigenen Ebene seinen Platz hat. Dazu kommen das durchdachte Bedien- und Kommunikationssystem COMAND, die hochindividuelle Sitzeinstellung und vieles mehr. In der Summe aller Ausstattungsdetails verdeutlicht der CL 600, dass sich echter Luxus aus technischem Optimum ergibt. Dafür steht die Baureihe 215, mit der Mercedes-Benz im Jahr 1999 die Coupés der Oberklasse neu definiert und die heute die Besucher der Sonderausstellung „Youngtimer“ fasziniert.

Das Foto vom Mercedes-Benz Stand beim Autosalon Genf 1999 zeigt das Spitzenmodell der CL-Luxuscoupés oben in der Mitte auf einem Podest.