Das hätte mir eigentlich klar sein müssen und den Aufruf im OldtimerTicker vom 23.06.2026 hätte ich mir dann auch sparen können – Denn natürlich konnte unser MVC-Ehren-Präsident und Typreferent Messing-Ära Winfried Seidel etwas zu dem Dreirad sagen und schreiben. Hier nun seine Antwort:
Um dieses Dreirad rankt sich tatsächlich ein seltsames Geheimnis. Das Fahrzeug stand bis zur Wende als Leihgabe von Daimler Benz im Verkehrsmuseum in Dresden. 
Durch die politischen Verhältnisse bestand nach dem Krieg wohl auch keine Möglichkeit einer Rückführung. Nach der Wende wurde es dann mit 3 weiteren Leihgaben nach Stuttgart zurück geholt.
Ich hatte schon zu DDR Zeiten gute Kontakte zum Verkehrsmuseum in Dresden. Dort war man natürlich sehr enttäuscht über die Rückhol-Aktion. Ich habe mich dann in Stuttgart dafür eingesetzt, dass im Zuge dieser Maßnahme Ersatzfahrzeuge nach Dresden kommen…
Zurück zu dem Dreirad: Das Fahrzeug wurde im Classic-Center gründlich untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um ein sehr altes Dreirad handeln muss. Soweit mir damals berichtet wurde, sind Wassertank und Kraftstofftank nicht aus Messing, sondern aus verbleitem Blech. Auch Schrauben und Muttern haben noch keine Normmaße. Auch Holzproben lassen auf ein beträchtliches Alter schließen. Leider sind inzwischen die sehr schwachen Räder zusammengebrochen und mussten ersetzt werden.
Ich hatte eigentlich immer den Verdacht, dass Benz damals vielleicht doch zwei Fahrzeuge gebaut hat oder das noch so viele Doppelteile da waren, dass daraus ein zweites Fahrzeug entstanden ist.
Es gab aber damals auch das Gerücht, dass dieser Wagen sehr früh von Studenten einer techn. Hochschule in Dresden gebaut wurde. Was mich dabei aber stört, ist die Tatsache, dass er ja im Besitz von Daimler Benz gewesen ist!
Ich hoffe, dass ich damit etwas Licht in die dunkle Vergangenheit dieses Benz Patent Motorwagens bringen konnte.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried A. Seidel – Automuseum Dr. Carl Benz – info@automuseum-ladenburg.de
Mit einigen Rechtschreibverbesserungen durch Roland Dahrmann. Vielen Dank für die Mitarbeit!