29. August bis 2.September 1956 – vor 70 Jahren
Mit einem 300 SL „Flügeltürer“ gewinnen Mairesse/Génin die Langstreckenfahrt Lüttich–Rom–Lüttich
- Mehr als 5.000 Kilometer in rund 90 Stunden fast ohne Pausen
- Die Route führt 1956 auch durch das damalige Jugoslawien
- Nach 1964 ist Schluss mit den rasanten Fahrten auf öffentlichen Straßen

Rallye Lüttich–Rom–Lüttich vom 29. August bis 2. September 1956. Die Sieger Willy Mairesse/Willy Génin lassen sich im Ziel auf ihrem 300 SL „Flügeltürer“ feiern.
Langstreckenrennen auf öffentlichen und teils nicht abgesperrten Straßen wären heute undenkbar. Vor 50 Jahren und mehr sind sie die großen Herausforderungen im internationalen Motorsport. Mercedes-Benz feiert zum Beispiel Erfolge bei der Carrera Panamericana (1952), beim Großen Straßenpreis von Argentinien (1961 bis 1964), der Mille Miglia (1931 und 1955) sowie der Targa Florio (1922, 1924 und 1955). Auf der Höhe des Erfolgs verabschiedet sich Mercedes-Benz Ende 1955 von der Formel 1 und der Sportwagen-Weltmeisterschaft. Die Marke startet aber weiterhin bei Wettbewerben wie der Rallye Lüttich–Rom–Lüttich, die in Europa als besonders harte Prüfung gilt. Auf teils unbefestigten Straßen legen die Teams etwa 5.000 Kilometer zurück. Eine Hatz über rund 90 Stunden, denn Pausen gibt es so gut wie keine. Im Jahr 1956 wird Rom als Wendepunkt der Rallye durch Zagreb in Jugoslawien abgelöst, obwohl die Veranstaltung vorerst weiterhin unter ihrem ursprünglichen Namen bekannt bleibt. Willy Mairesse/Willy Génin gewinnen das Rennen mit einem Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ (W 198) und wiederholen damit den Sieg von Olivier Gendebien/Pierre Stasse aus dem Jahr 1955. 1962 und 1963 ist Mercedes-Benz dann mit dem 220 SEb (W 111) und dem 230 SL „Pagode“ (W 113) erfolgreich. Die Fernfahrt führt nun von Lüttich nach Sofia und zurück. Ab dem Jahr 1965 gibt es keine Genehmigungen mehr für solche Rallyes.