Von Carlo Freischem und Gert Meyer-Jüres
Die Mitgliederversammlung 2025 von ROFD (Rotarische Oldtimer Freunde Deutschlands) fand in diesem tollen Museum statt und brachte uns auf die Idee, es als Ziel für unsere nächste Ausfahrt zu nehmen.
Wir trafen uns am 05.05.2026 mittags in der Diepeschrather Mühle in Bergisch Gladbach, die sich vom biederen Ausflugslokal der 1960er Jahre zum „Relais & Chateau“-Hotel unter Leitung des Spitzenkochs Nelson Müller entwickelt hat. Inzwischen genießt es den Ruf eines Luxus-Hotels im Königsforst: Tolle Küche und perfekter Service – sehr empfehlenswert!
Um 14 Uhr starteten wir dann über Landstraßen in Richtung Siegerland.
https://maps.app.goo.gl/1xA332gKvx2SosB8A
Dabei mussten wir lernen, dass man die aufs Handy geschickte Routen-Navigation mit guter Internetverbindung starten sollte – also am besten noch im Hotel mit WLAN-Zugang! Wer das nicht wusste und erst im relativ schlechten Funknetz des Königsforsts versuchte, die Route aufzurufen, bekam leider keine Verbindung und verirrte sich. Einige von uns mussten deshalb über die Autobahn ausweichen. Als Trost wurde das zunächst trübe Wetter eigenartigerweise immer besser, je mehr wir uns dem Ziel im Siegerland näherten.
Ab 18 Uhr trafen wir uns in unserem Hotel, dem Landhaus Doerr in Bad Laasphe mit denen, die mittags noch nicht abkömmlich waren. Nun konnte es mit einem lockeren Abendessen losgehen.
Am darauffolgenden Tag hatten wir für 11 Uhr eine Führung durch die Sammlung Loh reserviert. Mit einer Sondergenehmigung durften wir unsere 12 Autos im inneren Rondell vor dem Museum parken.
Die Sammlung ist ein MUSS für jeden Oldtimerliebhaber. Hier stehen Autos im Gesamtwert von über 1 Mrd. € – oft Einzelstücke oder Prototypen von sowieso schon sehr seltenen Autos, aber auch „Brot- und Butter-Autos“ der Nachkriegszeit. Eine destaillierte Beschreibung würde hier zu weit führen: deshalb hängen nur einige, wenige Fotos an und empfehlen den Link zum Museum:
Home – Nationales Automuseum
Da wir in der Nähe kein interessantes, kulturelles Angebot fanden, das normalerweise fester Bestandteil unserer Ausfahrt ist, haben wir für diesen Tag keinen weiteren Programmpunkt eingeplant. Dadurch hatten unsere Teilnehmer ausreichend Zeit für den Museumsbesuch, was dann auch ausgiebig genutzt wurde. Hier hätte man sich tatsächlich sogar tagelang aufhalten können.
Der Gründer der inzwischen in eine Stiftung eingebrachten Sammlung ist Prof. Friedhelm Loh, Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. Zu ihr gehört u.a. der Schaltschrank-Hersteller RITTAL, Weltmarktführer in diesem Bereich. Da sich eine der Produktionsstätten unmittelbar neben dem Automuseum in Ewersbach befindet, haben wir uns für den 07.05.2026 zu einer Werksführung angemeldet und bekamen einen top-modernen Fertigungsbetrieb gezeigt. Die meisten unserer Teilnehmer kommen aus der Wirtschaft – begeistert waren aber auch alle anderen!
Auf der Hinfahrt hatten nur zwei Autos Probleme, was ja bei Oldtimern immer passieren kann: der Mercedes 300c Cabriolet D blieb mit Zündungsproblemen auf der Landstraße liegen! Dies aber konnte mit Unterstützung eines hilfsbereiten, zufällig vorbeikommenden Oldie-Fahrers an Ort und Stelle behoben werden. So konnte der ADAC wieder abbestellt werden, Schlimmer traf es den BMW 502 V8 2600L, der nicht mehr anspringen wollte. Der herbeigerufene „gelbe Engel“ vom ADAC war derselbe, der auch den ersten Hilferuf bekommen hatte. Er bedauerte, den Mercedes 300 verpasst zu haben, freute sich aber nun, den schönen BMW-Oldie zu Gesicht zu bekommen. Er bekam ihn zwar wieder in Gang, stellte aber dabei auch einen gravierenden Ölverlust fest und empfahl, den Rückweg nach Köln lieber besser Huckepack auf einem Abschleppwagen zu bewältigen. So wurde es dann auch gemacht!
Nach der Werksbesichtigung ging es wieder zurück in Richtung Köln. Aus Zeitgründen ersetzten wir die geplante Landstraßenroute
https://maps.app.goo.gl/xuoTaFewGv2JhQ7r5
streckenweise wieder durch die Autobahn nach Troisdorf-Spich, wo uns der „Lancia-Papst“ Peter Bazille seine „Touring Garage“ zeigte. Die meisten hatten „nur“ eine Oldtimerwerkstatt erwartet. Sie waren daher überrascht, als wir zunächst die in einem alten, römischen Kastell liegenden Weinkeller und Besprechungsräume gezeigt bekamen. Peter Bazille überrascht immer wieder durch fundiertes Geschichtswissen und gemeinsame Erlebnisse mit dem 1. Bundespräsidenten Theodor Heuss, dem 1. Bundeskanzler Konrad Adenauer, dem ehemaligen russischen Botschafter Valentin Falin und anderen Politikern. In seinem Büro hängen aber auch Fotos, auf denen er bei der Übergabe des von ihm betreuten Mercedes 300 SLR an Stirling Moss zu sehen ist. Der gewann damit u.a. 1955 die 1000 Miglia mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 157 km/h – und das durch nicht gesperrte, öffentliche Straßen! So etwas war nur im autobegeisterten Italien möglich!
Der Tüftler Bazille „kann“ aber nicht nur Lancia, sondern neben allen italienischen Typen auch Mercedes, Jaguar Bugatti und viele andere Marken. Er findet immer eine Lösung!
Gegenüber seines Kastells liegt das italienische Restaurant „Via Veneto“. Hier ließen wir unsere diesjährige Tour ausklingen.











