125 JAHRE MOTORSPORT – NEWSLETTER AUSGABE 5

Großartige Rallye-Erfolge sind ein spannendes Kapitel in 125 Jahren Motorsport von Mercedes-Benz. Denn jede Rallye ist ein echtes Abenteuer – mal auf Asphalt und Schotter, mal in der Wüste, auf Eis oder durch den Dschungel, mal durch verschiedene Länder oder gar über mehrere Kontinente. Mit dem Start originaler Fahrzeuge und populärer Fahrer bei renommierten Gleichmäßigkeitsfahrten der automobilen Klassik erinnert Mercedes-Benz heute an die Rallye-Erfolge der 1950er- bis 1980er-Jahre im Zeichen des Sterns. Und in der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums lassen siegreiche Rallye-Fahrzeuge dieses Motorsportkapitel der Marke lebendig werden.

Rallye Lüttich–Sofia–Lüttich, 27. bis 31.8.1963. Die späteren Sieger Eugen Böhringer und Klaus Kaiser auf 230 SL.

Von Monte Carlo zur Solitude, von Dakar bis zur Silvretta Hochalpenstraße: Diese und andere Orte spiegeln die Vielfalt der Rallye-Geschichte von Mercedes-Benz wider, insbesondere seit dem Wiedereinstieg der Marke in den Motorsport nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Monte-Mannschaft: 1952 kehrt Mercedes-Benz in den Motorsport zurück. Bereits im Januar starten Karl Kling, Rudolf Caracciola und Hermann Lang auf drei Mercedes-Benz 220 (W 187) bei der Rallye Monte Carlo und gewinnen den Pokal für die beste Mannschaft. 1960 triumphieren dann Walter Schock und Rolf Moll die „ Monte“ auf einer Mercedes-Benz 220 SE „Heckflosse“-Limousine (W 111) und führen einen Dreifach-Sieg für die Stuttgarter Marke an. Modernes Echo der damaligen Erfolge: 2019 nimmt der beim „ Projekt Retro Rallye“ aufgebaute Mercedes-Benz 280 S (W 108) an der AvD Histo Monte teil.

29. Rallye Monte Carlo, 18. bis 24.1.1960. Das spätere Sieger-Team Walter Schock und Rolf Moll auf 220 SE.

Europa-Erfolge: Walter Schock setzt 1954 mit seinem Sieg bei der ersten Rallye Solitude auf Mercedes-Benz 220 (W 180) einen Maßstab für seine Karriere. Zusammen mit Rolf Moll gewinnt er in den Folgejahren zahlreiche Rallyes in ganz Europa mit seriennahen Mercedes-Benz Fahrzeugen, insbesondere dem 300 SL „Gullwing“ (W 198) sowie „Ponton“- und „Heckflosse“ -Limousinen. Das Privatteam gewinnt 1956 und 1960 die Rallye-Europameisterschaft. An diese und weitere Erfolge der „ Heckflosse“-Limousinen erinnert ein Mercedes-Benz 300 SE (W 112) Rallyefahrzeug in der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums. Es gehört dort zum Bereich Mythos 7: Silberpfeile – Rennen und Rekorde.

Ewy Rosqvist

Argentinien-As: Ewy Rosqvist startet ab 1962 ebenfalls mit einer „Heckflosse“ bei Rallyes und Straßenrennen für Mercedes-Benz. Zu ihren wichtigsten Triumphen gehört im gleichen Jahr der Gesamtsieg im Großen Straßenpreis von Argentinien zusammen mit Ursula Wirth. Die am 3. August 1929 geborene Ewy Rosqvist feiert in dieserm Jahr ihren 90. Geburtstag.

Afrika-Abenteuer: Ende 1955 zieht sich Mercedes-Benz auf der Höhe des Erfolgs aus der Formel 1 und der Sportwagenmeisterschaft zurück. Rennfahrer Karl Kling wird Sportdirektor, fährt aber selbst weiter Rallyes. Mit Rainer Günzler gewinnt er 1959 die Rallye Mediterranée–Le Cap vom Mittelmeer bis Südafrika auf Mercedes-Benz 190 D (W 121). 1961 siegt er mit Mercedes-Benz 220 SE (W 111) bei der Rallye Algier–L agos–Algier.

Ewy Rosqvist und Ursula Wirth, Gewinnerinnen des großen Straßenpreises von Argentinien (25.10.-04.11.1962) auf 220 SE.

Pagoden-Pilot: Eugen Böhringer schreibt in den 1960er-Jahren Rallye-Geschichte auf Mercedes-Benz. Der Rallye-Europameister 1962 gewinnt als erster Fahrer überhaupt zweimal hintereinander die Rallye Lüttich–Sofia–Lüttich. 1963 siegt er dabei auf Mercedes-Benz 230 SL „Pagode“ (W 113).

Andrew Cowan gewinnt auf 280 E (Startnummer 33) die „1977 London to Sydney Rally“.

Marathon-Männer: 1977 gewinnen die Teams von Andrew Cowan und Anthony Fowkes auf Mercedes-Benz 280 E (W 123) die Marathon-Rallye London–Sydney. Sie gilt damals als härteste Rallye der Welt. Insgesamt kommen vier Limousinen von Mercedes-Benz unter die ersten zehn Plätze (1, 2, 6 und 8). Das Siegerauto ist Teil der Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums.

11. Rallye Bandama an der Elfenbeinküste, 9. bis 14.12.1979. Die Rallye endet mit einem Mercedes Vierfachsieg.

Achtzylinder-Action: Die schnellen Mercedes-Benz SLC (C 107) prägen mit ihren kräftigen V8-Motoren Rallye-Siege der späten 1970er Jahre: der 450 SLC bei der „Vuelta a la América del Sur“ 1978, der 450 SLC 5.0 bei der Bandama-Rallye an der Elfenbeinküste in Afrika 1979 (Vierfachsieg), und der 500 SLC bei der Bandama-Rallye 1980 (Doppelsieg). Den Siegerwagen von Björn Waldegaard und Hans Thorszelius aus dem Jahr 1980 präsentiert das Mercedes-Benz Museum ebenfalls in seiner Dauerausstellung.

5. Rallye Paris–Dakar, 1. bis 20.1.1983. Vorn die späteren Gesamtsieger Jacky Ickx / Claude Brasseur auf 280 GE (Startnummer 142), dahinter das Team Jean-Pierre Jaussaud / Jean da Silva (Startnummer 143) auf 280 GE.

G-Gewinn: Auf Mercedes-Benz 280 GE gewinnen Jacky Ickx und Claude Brasseur 1983 die legendäre Rallye Paris–Dakar. Im Jahr zuvor haben sie ebenfalls mit dem G-Modell den zweiten Platz geholt.

„Urban Outlaw“ Magnus Walker im 300 SL bei der 1000 Miglia im Mai 2019.

Rallye-Rebell: Bei der 1000 Miglia 2019 sorgt „ Urban Outlaw“ Magnus Walker an Bord eines Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198) erneut für Begeisterung bei den Fans. Es ist eines von vielen Highlights, für die Mercedes-Benz Classic heute durch die Präsenz bei hochklassigen Rallyes für Young- und Oldtimer sorgt. Der Künstler, Modeschöpfer, Autor und Autosammler sagte schon nach seiner ersten Fahrt mit einem „Gullwing“ bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018: „Jeder Kilometer befeuert das Lächeln im Gesicht. Ich habe mit dem Auto unglaubliche Erinnerungsmomente gesammelt.“