Oldtimer-Weltverband FIVA – EU-Update April 2026

Der Oldtimer-Weltverband FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) informiert mit seinem „EU-Update“ regelmäßig über aktuelle Themen in der EU-Gesetzgebung, die auch historische Fahrzeuge betreffen.

Die englischsprachige Original-Version dieser EU-Updates finden Sie auf der Internetseite der FIVA unter folgendem Link: https://www.fiva.org/en/services/documents#eu-updates-en1

Als Service für die ADAC Oldtimer-, Youngtimer- und Korporativclubs stellen wir Ihnen gerne die deutschen Übersetzungen der EU Updates zur Verfügung.

Mit dieser E-Mail übersenden wir Ihnen beigefügt die aktuelle Ausgabe April 2026. Weitere EU-Updates in deutscher Übersetzung finden Sie hier: https://www.adac-motorsport.de/fiva-weltverband/eu-updates

Kurz zusammengefasst die wichtigsten Punkte:

  • EU-Parlament lehnt jährliche Hauptuntersuchung für Pkw über 10 Jahre aktuell ab – bestehende Flexibilität soll erhalten bleiben.
    Historische Fahrzeuge bleiben weiterhin geschützt: Mitgliedstaaten können eigene Prüfintervalle und Anforderungen für Oldtimer festlegen.
    FIVA setzt sich gemeinsam mit FIM und FEMA gegen verpflichtende EU-weite Motorradprüfungen ein.
    EU plant digitale Fahrzeugscheine als neues Hauptformat – Papierdokumente sollen weiterhin verfügbar bleiben.
    • FIVA engagiert sich für die Anerkennung des automobilen Kulturguts im neuen EU-Kulturkompass.
    • Das EU-Automobilpaket zu CO₂-Vorgaben und Fahrzeugflotten wird aktuell im Europäischen Parlament beraten – FIVA beobachtet die Entwicklungen aufmerksam.

Der Oldtimer-Weltverband FIVA engagiert sich aktiv in Brüssel, Straßburg und Berlin und setzt sich weiter stark für den Schutz historischer Fahrzeuge ein. EU-Initiativen zu Technikprüfung & Altfahrzeug-Verordnung betreffen unsere Szene.

Oldtimer-Weltverband FIVA & FIVA ID Card

Alle Infos zur FIVA, wie z.B. FIVA ID Card, finden Sie auf der Internetseite von ADAC Klassik.

Die FIVA Identity Card ist der internationale Fahrzeugpass des Oldtimer-Weltverbands FIVA. Sie kann für mechanisch angetriebene Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren gebaut wurden und in historisch korrektem Zustand erhalten sind, ausgestellt werden.


Engagement der FIVA

EU-Paket zur technischen Überwachung – Das Parlament treibt seine Positionierung voran

Am 5. Mai hat der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments seinen Standpunkt zu regelmäßigen technischen Überprüfungen von Fahrzeugen verabschiedet. Unter der Leitung von MdEP Jens Gieseke (EVP, Deutschland) sieht der Standpunkt des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlaments vor, die derzeitige Flexibilität bei der Häufigkeit der Überprüfungen für PKWs und Transporter, die älter als zehn Jahre sind, beizubehalten und sich dem Vorschlag der Europäischen Kommission für eine jährliche Überprüfung zu widersetzen, was im Einklang mit der Position der FIVA steht. Darüber hinaus wurde folgender Änderungsantrag angenommen: Fahrzeuge dürfen nur anhand der technischen Anforderungen geprüft werden, die zum Zeitpunkt ihrer Erstzulassung, ihrer ersten Inbetriebnahme oder einer späteren Nachrüstung galten, wodurch die rückwirkende Anwendung neuerer Fahrzeugzulassungsnormen vermieden wird. Bei Motorrädern befürworten die Europaabgeordneten jedoch obligatorische Prüfungen für schwere Motorräder und elektrisch angetriebene Motorräder. Die FIVA lehnt gemeinsam mit der FIM und der FEMA obligatorische EU-weite regelmäßige technische Überprüfungen für Motorräder ab, da einige Mitgliedstaaten bereits über eigene, weniger aufwendige Prüfsysteme verfügen, beispielsweise auf der Grundlage von Straßenkontrollen, die sich aus Sicht der technischen Sicherheit als wirksam erwiesen haben.

Anmerkung: In jedem Fall sind historische Fahrzeuge geschützt, da der Vorschlag auf der Grundlage der EU-Definition von „Fahrzeugen von historischem Interesse“ bereits das Recht der Mitgliedstaaten anerkennt, historische Fahrzeuge weiterhin von den regulären Prüfungen auszunehmen, denen normale Fahrzeuge unterliegen. Auf dieser Grundlage können die Mitgliedstaaten die Anforderungen und Intervalle anwenden, die sie für historische Fahrzeuge für angemessen halten. Das Dossier wird nun an das Plenum des Europäischen Parlaments weitergeleitet, das voraussichtlich noch in diesem Monat oder im Juni darüber abstimmen wird.

Die FIVA engagiert sich weiterhin sowohl auf nationaler Ebene als auch in Brüssel. Die ANFs sind eingeladen, das Positionspapier der FIVA während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens zu verbreiten und dabei die Bedeutung der Beibehaltung eines Rahmens für die Verkehrssicherheit hervorzuheben, der sowohl die Sicherheit als auch den Schutz unseres automobilen Kulturgutes gewährleistet.

Im Rahmen des Verkehrstauglichkeitspakets hat das Plenum des Europäischen Parlaments am 29. April zudem seinen Standpunkt zur Überarbeitung der EU-Vorschriften zur Festlegung gemeinsamer Anforderungen für Fahrzeugzulassungs-dokumente angenommen. Dies umfasst digitale Fahrzeugscheine als neues Hauptformat sowie gemeinsame Anforderungen für Fahrzeugzulassungsdokumente insgesamt. Die Mitgliedstaaten müssen weiterhin sicherstellen, dass physische Dokumente auf benutzerfreundliche und barrierefreie Weise verfügbar sind.

EU-Kulturkompass – Die FIVA Legislation Commission traf sich mit Abgeordneten des Kulturausschusses

Im April begann die Legislativkommission der FIVA ihre Runde von Konsultationstreffen mit Mitgliedern des Kulturausschusses des Europäischen Parlaments. Das Hauptthema dieser Treffen ist der EU-Kulturkompass, der im November von der Kommission vorgeschlagen wurde und das politische Leitdokument für die europäische Kulturpolitik in dieser Legislaturperiode darstellt. Das Parlament hat die Aufgabe, Änderungen am Kompass vorzunehmen sowie eine gemeinsame Erklärung auszuarbeiten, die vom Rat, der Kommission und dem Parlament selbst unterzeichnet werden soll.

Die FIVA setzt sich für die Anerkennung des Automobilen Kulturgutes im EU-Kulturkompass und den dazugehörigen Dokumenten ein. Die nationalen FIVA-Verbände sind eingeladen, das Positionspapier der FIVA zum Kulturausschuss an ihre nationalen Vertreter in den EU-Institutionen und an ihre nationalen Regierungen weiterzuleiten.


Allgemeine Entwicklungen

Automobilpaket – Europäisches Parlament strebt Abschluss der Stellungnahme bis November an

Die Arbeit im Europäischen Parlament am Automobilpaket der Kommission beschleunigt sich, wobei verschiedene Teile des Pakets in die Ausschussphase eintreten, in der die Berichterstatter benannt wurden und mit der Ausarbeitung der Stellungnahme des Europäischen Parlaments begonnen haben. Für alle Teile des Pakets streben die federführenden Europaabgeordneten eine verabschiedete Stellungnahme bis Ende November an. Die Dossiers des Pakets betreffen CO2-Emissionsnormen für Neufahrzeuge, die Vereinfachung bestimmter Anforderungen sowie Vorgaben für Unternehmens-fahrzeugflotten und haben als solche keine direkten Auswirkungen auf die FIVA. Da sie jedoch weiterhin entscheidend für die Entwicklung der Automobilindustrie in Europa und deren Zukunft sind, verfolgt die FIVA die Entwicklungen weiterhin aufmerksam.