Der Oldtimer-Weltverband FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) informiert mit seinem „EU-Update“ regelmäßig über aktuelle Themen in der EU-Gesetzgebung, die auch historische Fahrzeuge betreffen.
Die englischsprachige Original-Version dieser EU-Updates finden Sie auf der Internetseite der FIVA unter folgendem Link: https://www.fiva.org/en/services/documents#eu-updates-en1
Als Service für die ADAC Oldtimer-, Youngtimer- und Korporativclubs stellen wir Ihnen gerne die deutschen Übersetzungen der EU Updates zur Verfügung.
Mit dieser E-Mail übersenden wir Ihnen beigefügt die aktuelle Ausgabe März 2026. Weitere EU-Updates in deutscher Übersetzung finden Sie hier: https://www.adac-motorsport.de/fiva-weltverband/eu-updates
Kurz zusammengefasst die wichtigsten Punkte:
- ELV-Verordnung: kurz vor Abschluss (finale Abstimmung voraussichtlich Juli 2026) – Schutz historischer Fahrzeuge berücksichtigt, Details bleiben relevant
- Roadworthiness Package (RWT): Abstimmungen verschoben, politische Dynamik nimmt zu
- EU Culture Compass: Einsatz für stärkere Anerkennung historischer Fahrzeuge als Kulturgut
- Automotive Package: aktuell ohne direkte Auswirkungen auf Oldtimer, aber langfristig im Blick
Der Oldtimer-Weltverband FIVA engagiert sich aktiv in Brüssel, Straßburg und Berlin und setzt sich weiter stark für den Schutz historischer Fahrzeuge ein. EU-Initiativen zu Technikprüfung & Altfahrzeug-Verordnung betreffen unsere Szene.
Oldtimer-Weltverband FIVA & FIVA ID Card
Alle Infos zur FIVA, wie z.B. FIVA ID Card, finden Sie auf der Internetseite von ADAC Klassik.
Die FIVA Identity Card ist der internationale Fahrzeugpass des Oldtimer-Weltverbands FIVA. Sie kann für mechanisch angetriebene Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren gebaut wurden und in historisch korrektem Zustand erhalten sind, ausgestellt werden.
Engagement der FIVA
Paket zur Verkehrssicherheit – Abstimmungen im Parlament verschoben
Während das Europäische Parlament den Prozess zum Verkehrssicherheitspaket (einschließlich der regelmäßigen technischen Überwachung von Fahrzeugen) weiter vorantreibt, verschärfen sich die politischen Diskussionen. Dies führte bereits zu einer ersten Verzögerung, da die Abstimmungen im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments zur Ausarbeitung eines ersten Standpunkts nicht wie geplant im März stattfinden konnten, sondern auf April verschoben wurden. Der Prozess im Ausschuss und im Parlament wird von den Europaabgeordneten Johan Danielsson (S&D, Schweden) und Jens Gieseke (EVP, Deutschland) geleitet.
Die FIVA engagiert sich weiterhin sowohl auf nationaler Ebene als auch in Brüssel. Die ANFs sind eingeladen, das Positionspapier der FIVA während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens zu verbreiten und dabei die Bedeutung der Beibehaltung eines Rahmens für die Verkehrssicherheit hervorzuheben, der sowohl die Sicherheit als auch den Schutz unseres automobilen Kulturgutes gewährleistet. Gemeinsam mit der FIM und der FEMA setzt sich die FIVA zudem dafür ein und hat eine Erklärung veröffentlicht, in der Vorbehalte gegen die Einführung obligatorischer EU-weiter regelmäßiger technischer Inspektionen (PTIs) für Motorräder geäußert werden.
EU-Kulturkompass – FIVA setzt sich für die ausdrückliche Anerkennung historischer Fahrzeuge und ihres Beitrags zum europäischen Kulturerbe ein
Im Europäischen Parlament nehmen die Diskussionen um den überarbeiteten Europäischen Kulturkompass, der Ende 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde, Fahrt auf. Aufbauend auf früheren Rahmenwerken soll der Kulturkompass die Rahmeninitiative sein, die die strategische Bedeutung von Kultur und europäischen Werten hervorhebt. Im Vorfeld der Wahl der Berichterstatter, der führenden Mitglieder des Europäischen Parlaments, die die Arbeit an diesem Dossier leiten werden, hat die FIVA Kontakt aufgenommen und allen führenden Abgeordneten im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments ihre Empfehlungen sowie die Notwendigkeit einer ausdrücklichen Anerkennung historischer Fahrzeuge in diesem Zusammenhang dargelegt.
Allgemeine Entwicklungen
FIVA im Deutschen Bundestag zur Erörterung von Rechtsvorschriften im Automobilbereich
Am 20. März 2026 nahm die FIVA an der Sitzung des Parlamentskreises „Automobiles Kulturgut“ im Deutschen Bundestag (unter dem Vorsitz von Carsten Müller, Mitglied des Deutschen Bundestages) teil. Es wurden mehrere für die Oldtimer-Gemeinschaft relevante regulatorische Themen erörtert, darunter die ELV-Richtlinie und die RWT-Richtlinie. Im Falle der ELV-Richtlinie steht der Gesetzgebungsprozess für die neue EU-Verordnung kurz vor dem Abschluss; es stehen nur noch die endgültige Verabschiedung im Plenum des Europäischen Parlaments (geplant für Juli 2026) und die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union aus. Zu diesem Thema hörten die Teilnehmer einen Vortrag des Europaabgeordneten Bernd Lange (S&D, Deutschland; Vorsitzender der Gruppe der Europaabgeordneten für historische Fahrzeuge im Europäischen Parlament). Die FIVA begrüßt die legislativen Fortschritte in dieser Angelegenheit, insbesondere hinsichtlich des rechtlichen Schutzes für historische Fahrzeuge, wobei sie sich der potenziellen administrativen Verpflichtungen für die Eigentümer bewusst bleibt.
Automobilpaket – erste Positionierung und politische Spannungen zeichnen sich ab
Die Arbeiten im Europäischen Parlament zum Automobilpaket der Kommission nehmen Fahrt auf, wobei verschiedene Teile des Pakets nun in die Ausschussphase eintreten. Im Europäischen Parlament werden der Umweltausschuss unter der Leitung der Berichterstatters Massimiliano Salini (EVP; Italien) und der Verkehrsausschuss unter der Leitung des Berichterstatters Jens Gieseke (EVP; Deutschland) die Arbeiten an einem Standpunkt des Europäischen Parlaments leiten. Die Vorschläge sind Teil des umfassenderen Automobilpakets und haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf historische Fahrzeuge, da sie sich hauptsächlich auf Neufahrzeuge und damit verbundene zukunftsorientierte Ziele beziehen, die den Markt prägen werden. In den kommenden Monaten werden Ausschussberatungen und Änderungsanträge erwartet, bevor das Paket im Plenum verabschiedet wird und später im Jahr 2026 die interinstitutionellen Verhandlungen mit dem Rat beginnen.